Defizite bei der Bioabfallsammlung

BDE: Mehr Getrennterfassung noch kein Grund zum Jubeln

16.12.2015

Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt, hat sich die Zahl der vom Haus- und Sperrmüll getrennt erfassten Abfälle um rund 900 000 Tonnen erhöht. Allein um 775 000 Tonnen stieg das Aufkommen der getrennt gesammelten organischen Abfälle und liegt jetzt bei 9,8 Millionen Tonnen im Jahr 2014. Angesichts der ab 01.01.2015 geltenden Getrenntsammelpflicht für Bioabfälle ist der Anstieg für den BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. zwar erfreulich, jedoch noch lange kein Grund zum Jubeln. Noch gebe es Regionen in Deutschland, die die gesetzliche Verpflichtung wenig ambitioniert angehen, zum Teil sogar aussitzen. Damit bleibt das vom Bundesumweltministerium in einer Studie bezifferte Potential von bis zu fünf Mio. Tonnen zusätzlich erfassbarer Bioabfälle unverändert und weitestgehend ungenutzt.

BDE-Präsident Peter Kurth: „Abfälle getrennt zu erfassen ist die Voraussetzung für hochwertiges Recycling. Doch gerade bei der besonders interessanten, weil energiereichen, Fraktion der Bioabfälle stellen sich zahlreiche Kommunen und Landkreise quer. Die seit Januar 2015 bestehende Verpflichtung, Bioabfälle getrennt zu erfassen, wird nicht umgesetzt. Auch nach zweieinhalb Jahren Übergangsfrist gibt es weiße Flecken auf der Deutschlandkarte. Wir appellieren deshalb nochmals an die Verantwortlichen, das Kreislaufwirtschaftsgesetz im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes endlich ernst zu nehmen.“

Zwar ist die pro Einwohner und Jahr gesammelte Menge organischer Abfälle von 112 kg in 2013 auf 121 kg in 2014 gestiegen, Forschungsergebnisse etwa des INFA-Institutes sehen die durchschnittlich erreichbaren Potentiale jedoch bei mehr als 150 kg. Allein dadurch wird deutlich, dass noch ein weiter Weg zu gehen ist, bis die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind.



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