Nährstoff, Rohstoff, Energie: Abwasser und Klärschlamm als Ressource begreifen

24.03.2015

Phosphor nimmt aufgrund seiner Bedeutung als wesentlicher Grundbaustein pflanzlichen und tierischen Lebens bei der Rückgewinnung von Rohstoffen aus Klärschlamm eine besondere Rolle ein. Allein in Deutschland werden im Jahr 280 000 Tonnen des Minerals für die Herstellung von Düngemitteln benötigt. Da die Versorgung unserer Landwirtschaft und Industrie mit diesem wertvollen Rohstoff zunehmend aufwendiger wird und die Rohstoffqualität sinkt, steht Phosphor seit 2014 auf der EU-Liste kritischer Rohstoffe. Damit gewinnt die Rückgewinnung des Phosphors aus Klärschlamm und Abwasser zunehmend an Bedeutung.

Marten Eger, Vorsitzender des Fachbereichs Wasserwirtschaft im BDE: „Das optimale Verwertungsverfahren hängt stark von den Voraussetzungen vor Ort ab. Dies können die Rückgewinnung aus Klärschlammasche, aus Abwässern, aber auch die landwirtschaftliche Nutzung hochwertiger Klärschlamme sein.“

Aus diesem Grund hat sich der BDE – gemeinsam mit elf weiteren Verbänden – für fachlich differenzierte Regelungen in der Klärschlammverordnung ausgesprochen. Hierzu gehört, dass grundsätzlich alle Verwertungswege offen gehalten werden sollten, so Marten Eger weiter. Das von REMONDIS entwickelte TetraPhos-Verfahren ermöglicht beispielsweise erstmals, hochwertiges Phosphat im industriellen Maßstab aus Klärschlammasche zu gewinnen. Andere, wie etwa das von Veolia in Braunschweig eingesetzte Verfahren der MAP-Fällung, gewinnen den Rohstoff direkt auf der Kläranlage zurück.

Die Rückgewinnung von Phosphor ist aber nur eine der Herausforderungen für die Wasserwirtschaft. Vor dem Hintergrund des großen Potentials der Ressource Klärschlamm kommt es auf ganzheitliche Strategien an. Dazu erklärt Dr. Matthias Staub, Projektleiter Klärschlamm bei Veolia: „Wir bieten Kommunen eine flexible Strategie, die Klärschlamm ganzheitlich sowohl als Rohstoff- als auch als Energiequelle in der Kreislaufwirtschaft betrachtet."



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