Vorwärts zur Tonne? - Rückfahrverbot für Müllautos verhindern!

17.10.2015

Am Dienstag kommender Woche will der Grundsatzausschuss Prävention der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) die Branchenregel „Abfallsammlung“ abschließend behandeln. Gelingt es nicht, den Entwurf in die Ausschüsse zurückzuweisen, wäre das Rückwärtsfahren für Müllwagen zukünftig weitestgehend verboten. Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. appelliert deshalb an alle Beteiligten, praxistaugliche Regelungen festzulegen, die sowohl administrativ als auch operativ zu bewältigen sind. Insbesondere sollte sich darauf verständigt werden, dass die Rückwärtsfahrt beim Einsatz geeigneter Technik weiterhin möglich bleibt. Überzogen ist auch, für jede Rückwärtsfahrstelle eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und diese Stellen in einem Verzeichnis zu dokumentieren. Die Branchenregel würde aus Sicht des Verbandes die Entsorgung des Hausmülls erschweren, bürokratischen Mehraufwand erzeugen und letztlich Kostensteigerungen für den Verbraucher hervorrufen.

BDE-Präsident Peter Kurth: „Sollte die Branchenregel unverändert in Kraft treten, würde die Abfallsammlung für alle Beteiligten aufwändiger. Der Entsorger hätte zusätzlichen bürokratischen und personellen Aufwand, der letztlich vom Verbraucher zu tragen wäre. Zudem muss der Bürger immer häufiger damit rechnen, seine Tonne zu einem bestimmten vom Müllauto gut erreichbaren Sammelplatz bringen zu müssen. Eine bürgerfreundliche und haushaltsnahe Abfallsammlung sieht anders aus. Gerade älteren Menschen ist es nicht zuzumuten, ihre Mülltonne mehrere hundert Meter etwa aus einer Sackgasse heraus an die nächste Kreuzung zu schleppen.“

Seitenlader Fahrzeuge, auf die Entsorger vor allem in ländlichen Gebieten setzen, kommen mit einem Mann Besatzung aus. Alle etwa 3.500 deutschlandweit eingesetzten Seitenlader verfügen über eine Rückfahrkamera. Müssten sie künftig dennoch mit Beifahrer auf Tour gehen, würden sich die Personalkosten verdoppeln. Der BDE fordert deshalb in der Branchenregel eine Anerkennung der sogenannten Rückfahrassistenzsysteme, die beispielsweise auch aktiv in das Bremssystem eingreifen.

Peter Kurth: „Der Entsorgungswirtschaft sind die Gefahren beim Rückwärtsfahren insbesondere sehr großer und schwerer Fahrzeuge bewusst. Das Rückwärtsfahren deshalb aber vollständig zu verbieten, schießt über das Ziel hinaus. Deutlich wird dies in dem völlig realitätsfernen Vorschlag, bei unplanmäßiger Rückwärtsfahrt die Polizei als Einweiser herbeizurufen.“



Kontakt
Ronald Philipp

Kommunikation Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 30 5900335-20
E-Mail: philipp@bde.de

Download als PDF
Zurück zur Übersicht