Berlin, 16. Januar 2026 - Nach den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel stellt sich für viele Haushalte die Frage nach der richtigen Entsorgung typischer Festtagsabfälle. Dazu zählen insbesondere Weihnachtsbäume, Verpackungen, Speisereste sowie Rückstände aus Silvesterfeuerwerk. Die Entsorgungswirtschaft sorgt bundesweit für eine geordnete Abfallentsorgung und empfiehlt, einige grundlegende Regeln zu beachten.
Weihnachtsbäume
Ausgediente Weihnachtsbäume werden in vielen Kommunen über spezielle Sammeltermine oder Sammelstellen erfasst. Voraussetzung ist, dass der Baum vollständig abgeschmückt ist. Lametta, Kunstschnee oder sonstige Fremdstoffe müssen entfernt werden, da Weihnachtsbäume in der Regel einer Verwertung zugeführt werden, etwa durch Kompostierung oder energetische Nutzung.
Wie viele Weihnachtsbäume werden jährlich in Deutschland verkauft?
Der Weihnachtsbaum ist in Deutschland für viele Menschen ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes. Jährlich werden zwischen 23 und 30 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Dafür wurden im Jahr 2024 auf einer Fläche von 19.100 Hektar Weihnachtsbäume angebaut. Circa 3.310 landwirtschaftliche Betriebe unterhielten dafür im Jahr 2024 Weihnachtsbaumkulturen. Unter den Weihnachtstannen ist die Nordmanntanne in Deutschland mit 80 % der am häufigsten verkaufte Weihnachtsbaum. Darauf folgen Fichten, Blaufichten oder Kiefern.
Während circa 90 % der Tannen aus Deutschland stammen, kommen 1,8 Millionen Tannen aus Nachbarländern wie Dänemark, den Niederlanden oder Polen.
Was passiert mit unseren Weihnachtsbäumen nach deren Entsorgung?
Ob direkt nach den Feiertagen, am 6. Januar – den Heiligen Drei Königen – oder erst Anfang Februar – früher oder später wird es Zeit, den Weihnachtsbaum zu entsorgen. Für die Entsorgung von Weihnachtsbäumen stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. In vielen Städten und Gemeinden werden Sammelstellen eingerichtet oder Abholaktionen organisiert. Alternativ können die Bäume an Recyclinghöfen abgegeben werden. Die Abholtermine variieren jeweils zwischen Städten und Gemeinden.
Auch eine Entsorgung über die Biotonne ist möglich, sofern der Baum klein genug geschnitten wird. Das Umweltbundesamt empfiehlt, öffentliche Entsorgungsangebote wahrzunehmen, anstatt den Baum zum Beispiel im Kamin zu verbrennen, da es durch den oft noch feuchten Baum zu hohen Staubemissionen oder Überhitzungen kommen kann.
Weihnachtsbäume sollten auf keinen Fall einfach in der Natur entsorgt werden, da sie sich nur langsam zersetzen. Illegale Ablagerungen können mit Bußgeldern bestraft werden.
Unverkaufte Bäume werden teilweise in Zoos an Tiere verfüttert. Hierbei ist es wichtig, dass es sich um unverkaufte Bäume handelt, da die Bäume auf keinen Fall Reste von Baumschmuck tragen dürfen.
Wie werden Weihnachtsbäume weiterverwertet?
Der größte Teil der gesammelten Weihnachtsbäume wird in entsprechenden Anlagen zerkleinert und kompostiert oder zu Hackschnitzeln weiterverarbeitet und entsprechend getrocknet. Ein kleinerer Anteil, etwa 10 %, wird in Biomasse- oder Heizkraftwerken energetisch zur Strom- und Wärmeerzeugung verwertet.
Wie umweltfreundlich sind Weihnachtsbäume?
Weihnachtsbäume wachsen über einen Zeitraum von etwa 10 bis 14 Jahren heran und binden in dieser Zeit Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Die Nordmanntanne, der beliebteste Weihnachtsbaum, könnte allerdings in der freien Natur theoretisch bis zu 500 Jahre alt werden.
Hinsichtlich Vegetation und Artenvielfalt können Weihnachtsbaumkulturen positive Effekte erzielen, da sie für Vögel oder Spinnen relevante Lebensräume bieten. Eine finale Bilanz, ist schwer zu ziehen und hängt maßgeblich vor allem von Anbau, Pflege und Transport ab. Daher ist auch eine Bewertung, ob natürliche oder künstliche Weihnachtsbäume ökologisch vorteilhafter sind, nicht eindeutig möglich. Herstellung, Transport und Recyclingfähigkeit eines Plastikbaums gleichen die Klimabilanz eines echten Baumes oft erst nach 10 bis 17 Jahren aus. Allerdings machen bei echten Weihnachtsbäumen das Alter des Baums, regionaler Anbau, der Einsatz von Dünger und Pestiziden sowie die Weiterverwertung des Baums einen Unterschied. Im Vergleich zu vielen anderen typischen Weihnachtsbräuchen, wie zum Beispiel der klassischen Weihnachtsgans, weisen Weihnachtsbäume allerdings insgesamt eine geringe Umweltwirkung auf.
Verpackungen und Geschenkpapier
Nach den Feiertagen fällt ein erhöhtes Aufkommen an Verpackungsabfällen an. Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterialien gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Papier, Pappe und Kartonagen werden über die Altpapiersammlung entsorgt. Beschichtetes oder stark verschmutztes Geschenkpapier zählt nicht zum Altpapier und sollte über den Restabfall entsorgt werden.
Speisereste
Unvermeidbare Speisereste können – sofern vorhanden – über die Biotonne entsorgt werden. Größere Mengen oder stark verunreinigte Abfälle gehören in den Restmüll. Flüssige Speisereste dürfen nicht über die Toilette entsorgt werden, sondern gehören in den Restabfall.
Adventskalender
Wie viele Menschen in Deutschland kaufen einen Adventskalender?
Ein Adventskalender gehört für viele Menschen in der Vorweihnachtszeit dazu. Dabei kaufen circa 25 % der Menschen in Deutschland einen Kalender für Kinder, 21 % kaufen einen Kalender für Partner oder Partnerin und 4 % beschenken Freunde, Freundinnen oder Eltern. Insgesamt sind 8 % der Adventskalender selbst gebastelt. 27 % kaufen einen Adventskalender für sich selbst. Damit bilden die Selbstbeschenkenden die größte Gruppe unter den Kaufenden ab. 34 % der Menschen in Deutschland haben keinen Adventskalender.
Unter den gekauften Adventskalendern ist der Schokoadventskalender der beliebteste Adventskalender mit insgesamt rund 26 Millionen verkauften Kalendern im Jahr 2024.
Silvesterfeuerwerk
Reste von Silvesterfeuerwerk gelten nach dem Abbrennen als Abfall und sind kein Gefahrgut mehr. Ausgebrannte Feuerwerkskörper können über den Restmüll entsorgt werden. Nicht gezündetes Feuerwerk darf hingegen nicht im Hausmüll entsorgt werden, sondern muss bei den zuständigen Sammelstellen oder im Fachhandel abgegeben werden. Die kommunalen Entsorgungsbetriebe informieren hierzu vor Ort.
Grundsätzlich ist es wichtig, Feuerwerksreste mindestens 15 Minuten lang abkühlen zu lassen, bevor sie entsorgt werden. Noch glühende Feuerwerksreste sollten vor der Entsorgung zusätzlich mit Wasser gelöscht werden.
Mit der richtigen Trennung und Entsorgung leisten Verbraucherinnen und Verbraucher einen wichtigen Beitrag zu Umwelt- und Ressourcenschutz – gerade in einer Zeit, in der besonders große Abfallmengen anfallen.
Das hohe Abfallaufkommen an Silvester ist eine jährlich wiederkehrende hohe Belastung für Entsorger. Für die Beseitigung des Abfalls nach Silvester ist nicht immer nur die Straßenreinigung verantwortlich. Selbst produzierter Abfall und Abfall auf dem eigenen Grundstück muss selbstständig entsorgt werden.
Wie hoch sind Abfallaufkommen und Feinstaubbelastung an Silvester?
An Silvester entsteht ein vermehrtes Aufkommen an Abfall sowie eine erhöhte Belastung durch Feinstaub. In einem Jahr werden in Deutschland circa 2.050 Tonnen Feinstaub (PM₁₀) freigesetzt. 1.700 Tonnen PM2.5 werden dabei an Silvester freigesetzt. Die Belastung durch Feinstaub ist am 1. Januar damit höher als an jedem anderen Tag im Jahr und macht rund 1 % der emittierten PM10-Menge eines Jahres aus.
Neben der Feinstaubbelastung entsteht an Silvester viel Abfall durch Feuerwerkskörper und deren Verpackungen. In der Jahreswende von 2025 auf 2026 ist das Abfallaufkommen in den Großstädten Berlin, Hamburg und München im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Trotzdem ist an Silvester in den Städten jeweils ein hohes Abfallaufkommen zu verzeichnen: In Berlin fielen 513 Kubikmeter Silvesterabfall an (Vergleich 2024/25: 670 Kubikmeter), in Hamburg 16 Tonnen (Vergleich 2024/25: 19 Tonnen) und in München 41 Tonnen (Vergleich 2024/25: 49 Tonnen). In den Städten Köln, Frankfurt am Main, Münster und Potsdam wurde allerdings ein erhöhtes Aufkommen an Abfall verzeichnet. Eine eindeutige Schlussfolgerung eines Trends hinsichtlich des Abfallaufkommens an Silvester lässt sich daher nicht ziehen.
Insgesamt werden jährlich rund 40.000 Tonnen Feuerwerkskörper nach Deutschland importiert, die größtenteils aus Pappe, Plastik, Holz und Ton bestehen – nur ein kleiner Teil davon ist tatsächlich Sprengstoff. Zusammen mit den Verpackungen entstehen so schätzungsweise rund 35.000 Tonnen Silvestermüll.
Kontakt
Pressestelle BDE
Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V.
Telefon: +49 30 5900 33-0
E-Mail: presse@bde.de
Internet: www.bde.de
Anhang zur Presseinformation
Service-Teil: Quellen und Hintergrundinformationen
Die vorliegende Service-Information basiert auf folgenden Quellen und internen Auswertungen, die zur Einordnung und Vertiefung der dargestellten Sachverhalte herangezogen wurden:
Weihnachten / Weihnachtsbäume / Verpackungen
Verpackungsabfälle und Altpapier
Silvester / Feuerwerk
Allgemein
Hinweis: Regionale Entsorgungsregelungen können abweichen. Maßgeblich sind die Informationen der jeweils zuständigen kommunalen Entsorgungsbetriebe.
Anhang zur Presseinformation
Service-Teil: Quellen und Hintergrundinformationen
Die vorliegende Service-Information basiert auf folgenden Quellen, Fachinformationen und internen Auswertungen:
Weihnachten / Weihnachtsbäume / Verpackungen
Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE)
Fragen an Entsorger zu Weihnachten und Silvester (Q&A, intern)
Silvester- und Weihnachtsumfrage (interne Auswertung)
https://www.bde.de
Umweltbundesamt (UBA)
Weihnachtsbaum entsorgen: Hinweise zur richtigen Entsorgung
Umweltbewusster Weihnachtsbaumkauf
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)
Weihnachtsbäume: Anbau, Nutzung und Verwertung
Statistisches Bundesamt (Destatis)
Advents- und Weihnachtszeit: Zahlen, Daten, Fakten
Statista
Absatz von Weihnachtsbäumen in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2019
Statistisches Bundesamt (Destatis)
Abfallwirtschaft in Deutschland
tagesschau
Informationen zu Weihnachtsbäumen
REMONDIS
Allgemeine Informationen und Weiterwervertung von Weihnachtsbäumen
BR24
Entsorgung von Weihnachtsbäumen
Verpackungsabfälle und Altpapier
BDE
Informationen zu Verpackungsabfällen und Wertstofferfassung
Umweltbundesamt (UBA)
Abfalltrennung und Recycling von Verpackungen
Statistisches Bundesamt (Destatis)
Papier-, Pappe- und Kartonabfälle
Adventskalender
DIE ZEIT
Silvester / Feuerwerk
Umweltbundesamt (UBA)
Feinstaub durch Silvesterfeuerwerk
Silvesterfeuerwerk: Einfluss auf Mensch und Umwelt
BDE
Eigene stoffstrombasierte Abschätzungen zu Silvesterabfällen
Statistisches Bundesamt (Destatis)
Abfallaufkommen und Entsorgungsstrukturen
Zeitung für kommunale Wirtschaft
Silvesterabfall in Deutschlands größten Städten
EUWID
Menge an Silvestermüll in vielen Großstädten wieder auf Vor-Corona-Niveau
t-online
Entfernung Abfall an Silvester
Südwest Presse
Entfernung Abfall an Silvester
Allgemein / Kreislaufwirtschaft
Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft
Überblick zur Bedeutung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland